„Comparing the Fruit“

Die DISTIL in London ist Europas einzige Messe, die sich ausschliesslich mit Spirituosen befasst. Bereits zum zweiten Mal fand die Messe, zeitgleich mit der London International Wine Fair statt. Von der International Wine & Spirits Competition eingeladen, durfte ich am Mittwoch Mittag einen Vortrag zum Thema „Comparing the Fruit“ halten:

„The IWSC has a strong spirits section including a wide range of quality products from more than 70 producing countries. Fruit Spirits categories are wide and varied. For this section at Distil we are pleased to introduce one of our specialist judges, Arthur Nägele of the Spirituosenakademie Ltd who will be running a session entitled ‚Comparing the Fruit‘ – a look at fruit spirits distillations and how the styles vary according to the ingredient and the country.“

Bereits am Dienstag, dem Start der Messe, war ich dem Kollegen Richard Paterson behilflich, seinen Vortrag vorzubereiten. Einen Auftritt des White & Mackay Masterblenders darf man sich nicht entgehen lassen – ein wahrer Klassiker und für „Anfänger“ eine volle Kiste mit Ideen…


Der Concours Mondial de Bruxelles fand in diesem Jahr im spanischen Valencia statt. Dort verkosteten Ende April 2009 mehr als 200 Juroren 6.289 Weine und Spirituosen aus 54 Ländern. Mit dabei auch Arthur Nägele, der die Spirituosenverkoster tatkräftig unterstütze.

Gegründet von Louis Havaux, wurde der Concours Mondial de Bruxelles zum ersten Mal im April 1994 in Brügge durchgeführt! Damals mit „nur“ 861 Proben (die innerhalb von 2 Monaten eingereicht wurden) entstand daraus ein Wettbewerb mit internationalen Dimension, mit derzeit 54 teilnehmenden Ländern.

Dieser Erfolg spiegelt sich in der Ausage von Ezio Rivella, Präsident der Jury des ersten Wettbewerbs und ehemaliger Präsident der Internationalen Union der Önologen und des Ausschusses für Denominazione di Origine von Italien:

„Ich kann ohne Zweifel bestätigen, dass der Concours Mondial de Bruxelles seit seiner ersten Auflage, zu einem der führenden Institutionen und zu den besten internationalen Wettbewerben zählt, von denen es nur eine Hand voll gibt.“

Im Jahr 1999 erfolgte der Zusammenschluss mit dem Brüsseler Spirituosen Preis, einen „kleinen Bruder“ für Spirituosen, Edelbrände und anderer Obstweine.

Im Jahr 2006 beschloss der Concours Mondial, seinen internationalen Charakter damit zu prägen, indem man über seine Grenzen hinaus ging. Das Organisationskomitee wählte Lissabon als Austragungsort für diese Premiere. Maastricht, Bordeaux und Valencia folgten. Im Jahr 2010, wird der Concours Mondial in Palermo (Sizilien) stattfinden.

Hier ein paar Impressionen von diesem faszinierenden Grossanlass!

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Eines vom Besten was der Sommer zu bieten hat ist das Grillieren!

arn_webfoto15.jpgSie kennen das, der Geruch eines Grillabends prägt sich unvergesslich in unser Bewusstwein: der Duft der gühenden Kohle, die unverwechselbaren Aromen des gegarten Fleisches, die Gerüche von grilliertem Sommergemüse und frischem Knoblauchbaguette! Ja, der Geruch lässt einem bereits das Wasser im Mund zusammenlaufen!

Wenn wir auf das Thema Grillieren kommen, so ist es auch eine gute Gelegenheit darüber zu sprechen, wie wir den idealen Weinbegleiter zu finden. Grillieren ist nicht nur eine Zubereitungsart, Sie vereint auch die Komplexität ganzer „Küchen“ wie mexikanisch, cajun, mediterran und viele mehr in sich. Hier einfach zu verallgemeinern ist wohl der grösste Fehler den man begehen kann!

arn_webfoto66.jpgAn diesem Abend widmen wir uns ganz gezielt der Zubereitungsart „Grillieren“ sowie den ganzen möglichen Lebensmitteln wie

  • herzhafte Wurst-Spezialitäten
  • verschiedene Fleischsorten
  • Fisch & Meeresfrüchte
  • Gemüse
  • Dessert
  • andere (un-)mögliche Grillgerichte

Jeder der Teilnehmer ist gefordert, selbst Hand anzulegen und natürlich danach gemütlich an den Tisch zu sitzen und seine persönlichen Favoriten in der Kombination zwischen Speise & Wein zu finden.

Preis:

88.00 euro / person
incl. Lebensmittel, Wein und Arbeitsplatz

Ablauf:

18:45 Aperitif & Aufgabenverteilung
19:15 Kursbeginn
Kursende: nicht fixiert

Mindesteilnehmerzahl:

5 Personen

Auf Anfrage richten wir diesen Anlass gerne auch für Ihre eigene Gruppe aus!

Eine neue Kursreihe für alle die mehr als nur degustieren wollen: „plaisir culinaire“

arn_webfoto109.jpg„Der Wein ist von allen Getränken das liebenswerteste…“, schwärmte der legendäre französische Feinschmecker Brillat-Savarin vor rund zweihundert Jahren. Der poetische Gourmet wusste auch, dass der Rebensaft nicht nur beim Trinken Freude macht, sondern auch beim Kochen ein vorzügliches Würzmittel ist.

Direkt übersetzt bedeutet plaisir culinaire „kulinarische Genüsse“. In diesen Abendkursen widmen wir uns dem Kochen und der Kombination mit Wein. Verschiedene Zubereitungsarten, unterschiedliche Länderküchen aber auch Kochen mit Wein – und jeweils dazu der richtige Wein.

arn_webfoto22.jpgArthur Nägele FAFW, Mitglied der Academy of Food & Wine und gelernter Gastronom mit Meisterprüfung bereitet in den verschiedenen Themenabenden zusammen mit den Teilnehmern typisch regionale Gerichte zu und zeigt auf, welche Weine am Besten dazu passen werden. Pro fünf Teilnehmer wird ein kleines Menü zubereitet, das anschliessend in gemütlicher Runde mit mit den dazu passenden Weinen genossen wird.

Die Preise für die jeweiligen Abende hängen von den Themen und den damit verbundenen Weinen ab. „plaisir culinaire“ ist zu verschiedensten Themen verfügbar, Themen werde ich nach Saison hinzufügen.

Brot – Käse – Wein, eine Trilogie des Genusses

kaese_weinDie Geschmackswelt von Brot, Käse und Wein ist voller Überraschungen. Entdecken Sie deren Reichtum und Vielfalt, zum Beispiel in der Kombination von St. Gallerbrot, Emmentaler Käse und Humagne Rouge aus dem Wallis. Jedes Produkt bringt den ihm eigenen herkunfts- und produktionsbezogenen Geschmack in die Kombination ein, ergänzt und kontrastiert, beruhigt und verstärkt, kurz: bereichert die anderen.

An diesem Abend degustieren Sie sich quer durch die Wein-, Käse- & Brotwelt, hier ein paar Wein-Beispiele die wir mit Käse und Brot kombinieren:

  • Champagner
  • Süss- / Dessertwein
  • Weisswein
  • Rotwein
  • Portwein
    zu
  • Frischkäse
  • Weichkäse (Camembert / Brie)
  • Blauschimmelkäse (Roquefort / Stilton)
  • Halbhartkäse (Appenzeller, Bergkäse, Emmentaler)
  • Hartkäse (Parmesan, Greyerzer)

Preis:

75.00 euro / person
incl. Speisen & Käse

Ablauf:

18:45 Aromaparcour
19:15 Kursbeginn
21:30 ca. Kursende

Mindesteilnehmerzahl:

5 Personen

Auf Anfrage richten wir diesen Anlass gerne auch für Ihre eigene Gruppe aus!

arn_webfoto86.jpgDie gekonnte Kombination von Wein und Speisen gehört zu den meistdiskutierten Themen beim Wein, doch ausser den gängigen Regeln, kennt kaum jemand Details zu diesem wirklich wichtigen Bereich. Wir haben uns entschlossen, das Thema von einer speziellen Seite her aufzurollen. Denn hier sind nicht Theorie oder starre Regeln gefragt sondern Erleben am eigenen Gaumen: Deshalb haben wir für Sie einen Sensorik-Workshop der besonderen Art organisiert. Gemeinsam mit Arthur Nägele FAFW, Mitglied der Academy of Food & Wine, erarbeiten wir uns die Grundlagen für künftige eigene Wein&Speisen Kombinationen.

Es gibt viele Gründe warum ein Wein zu einem Essen passt oder nicht. Wenn Sie sich an einige grundsätzliche Prinzipien bei der Weinauswahl halten, kann eigentlich nicht viel passieren. Sie werden die Basis-Elemente des Geschmacks in Speisen und Wein analysieren. Das Prinzip lautet, eine Balance dieser Elemente zu finden sodass weder die Speise noch der Wein im Vordergrund steht.

Preis:

75.00 euro / person
incl. Speisen, Wein & Dokumentation

Ablauf:

18:45 Aromaparcour
19:15 Kursbeginn
21:30 ca. Kursende

Mindesteilnehmerzahl:

5 Personen

Auf Anfrage richten wir diesen Anlass gerne auch für Ihre eigene Gruppe aus!

Was ist eine „dégustation culinaire“, werden Sie sich fragen! Ein zusammengesetzter Begriff der den Ablauf des Abends am Besten bescheibt.

P1110514.JPGDegustation:

Eine Verkostung oder Degustation ist eine kleine Expertenrunde zur geschmacklichen Beurteilung von Lebensmitteln. Im Speziellen wird der Begriff meist für Weinproben verwendet. Daneben gibt es jedoch auch Geschmacksprüfungen anderer Produkte. Der Begriff bezieht sich auf professionelle Verkostungen, die der Begutachtung von Produkten dienen.

Kulinarisch:

(im 18. Jahrhundert aus dem gleichbedeutenden, lateinischen culinarius entlehnt, zu culina, „Küche“) bedeutet „auf die (feine) Küche, die Kochkunst bezogen“. Leicht abwertend wird kulinarisch auch als „allein dem Genuss dienend“ verwendet.

Ablauf eines Abends:

  • 18:00 Eintreffen & Aromaparcour
  • 18:30 Produktgrundlagen (Themenbezogen zum jeweiligen Abend)
    Einführung in die Produkt-Degustation
    Vorstellung aller sensorischen Kombinationspartner
  • 19:45 Pause
  • 20:00 Degustation & Kombination
  • 21:00 Abschlussdiskussion

Dégustation culinaire ist zu vielen verschiedenen Themen verfügbar, ich werde laufend neue Themen hinzufügen. Der Preis variiert je nach Thema.

Edelbrandsommeliere Gruppe.jpgSieben Teilnehmer des Zertifikatslehrganges zum Edelbrandsommelier haben die intensive Ausbildung mit Bravour abgeschlossen. Diese Weiterbildung ist für Brenner, Interessierte und all jene, die sich mit dem Verkauf und Genuss von Destillaten beschäftigen. Von der Produktion, über Gläserkunde, Genusskombinationen mit Speisen bis hin zum richtigen Umgang mit Alkohol reichten die Themen der 120 Unterrichtseinheiten. Schnaps und Likör sind mit der Tiroler Volksseele und Geschichte eng verbunden. Seit jeher ist Schnaps ein Kulturgut und aus dem alpinen Raum nicht wegzudenken. Die Qualitäten der Destillate haben sich in den letzten 20 Jahren stark verbessert. Heute ist Schnaps ein Genussprodukt und wird vielseitig zur Abrundung von Gaumenfreuden eingesetzt.

Mit Tiroler Schnapsprämierung zur Qualitätssteigerung.

Die Tiroler Schnapsprämierung hat maßgeblich zur Entwicklung der heutigen Destillatkultur im Lande beigetragen. Zahlreiche Teilnehmer mit hunderten von Proben beteiligen sich jährlich an diesem Wettbewerb. „Immer mehr Betriebe sind in der Lage ausgezeichnete Destillate zu erzeugen. Weiterbildungsveranstaltungen der LK Tirol und die Hingabe mit der in der Produktion gearbeitet wird, sind die Grundlage dazu“, zeigt sich LK-Präsident Josef Hechenberger begeistert.

Premiere – Zertifikatslehrgang Edelbrandsommelier.

„Erstmals wurde in Tirol ein LFI Zertifikatslehrgang für Edelbrandsommelier veranstaltet. Sowohl für die sieben Teilnehmer, als auch für den Veranstalter ist dies ein voller Erfolg“, erläutert DI Franz Schweiger, LFI-Geschäftsführer, mit Stolz. Das LFI Tirol, in Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Spezialkulturen und Markt, führten die Teilnehmer durch 120 Stunden Unterricht. Zahlreiche Grup-penarbeiten und auch Exkursionen vermittelten den angehenden Edelbrandsommeliers das erforderli-che Grundwissen für Ihre zukünftigen Tätigkeiten.

Profis sind jetzt „Edelbrandsommeliers“

CIMG0571.JPGEdelbrandsommeliers sind „Botschafter“ ihrer Region. Sie sind in der Lage Veranstaltungen anzubieten, sei es auf ihren eigenen Höfen oder in Zusammenarbeit mit Tourismusorganisationen, Hotels und Gastronomie, den Ortsgemeinden und vielen anderen regionalen Einrichtungen. Sie tragen die Kultur und die ausgezeichneten Qualitäten rund um Edelbrände in die Regionen. „Die Edelbrandsommeliers tragen zur Bewusstseinsbildung der bäuerlichen Spezialitäten beim Konsumenten bei. Damit steigen die Absatzmöglichkeiten der regionalen, bäuerlichen Produkte sowie die Attraktivität des eigenen Betriebes“, ist DI Wendelin Juen, Fachbereichsleiter Spezialkulturen und Markt, von der Wichtigkeit dieses Zertifikatslehrganges überzeugt. Mit dieser Ausbildung sind die Teilnehmer befähigt, neue Dienstleistungen aufzubauen und neue Einkommensmöglichkeiten in der Region zu nutzen. Der Verkauf der Destillate wird durch professionell geführte Verkostungen gesteigert und das Ansehen des Produktes durch die Bewusstseinsbil-dung beim Konsumenten gehoben. Im Rahmen der Zertifikatsverleihung stellten die Teilnehmer ihr Können unter Beweis und verführten die geladenen Gäste mit besonderen Kombinationen. Edelbrand und Käse, aber auch die Kombination mit Räucherwaren wurden zur Verkostung gereicht. Es war ein ganz besonderer Ausflug in eine noch wenig bekannte Genusswelt.

Edelbrandsommeliers sind…
…Juliane Bliem, Aschau
…Manfred Höck, Schwoich
…Alfred Legenstein, Grins
…Arno Pauli, Absam
…Anton Rossetti, Kolsass
…Peter Schiechtl, Imsterberg
…Norbert Gidi Treffer, Fieberbrunn

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Nach dem der letzte Artikel über das herstellen von Absinth bei vielen von Euch auf grosses Interesse gestossen ist wurde ich gebeten, daraus eine kleine Serie zu machen. Internationale Spezialitäten stehen hoch im Kurs und für uns Kleinbrenner haben solch exotische Namen meist nicht viel Interessantes – auf den ersten Blick jedenfalls. Meist verbirgt sich hinter dem Gattungsnamen jedoch ein Produkt, das auch bei uns bekannt ist und auch gerne getrunken wird.

Aquavit kommt aus den nordischen Ländern Europas und der Hauptbestandteil der mitdestillierten „Drogen“ ist Kümmel. Unter dem Namen Aquavit sind fast alle einheimischen Spirituosen Skandinaviens im Handel. Als Heimat des bekannten Klaren mit dem Kümmelaroma gilt Dänemark (dänische Schreibweise: Akvavit). Der Aquavit wird aus Korn oder Kartoffeln gebrannt, bei der zweiten Destillation kommen Kräuter und Gewürze dazu. Hauptzutat ist Kümmel, es folgen Koriander, Fenchel, Zimt, Nelken und Dillsamen. Bei einigen Sorten ist der Dill sogar geschmacksbestimmend. Der Name „Aquavit“ kommt vom lateinischen Aqua Vitae, dem Wasser des Lebens. Heute ist Aquavit zum Gattungsbegriff geworden, zum Beispiel bezeichnet man in Italien alle Branntweine als „Acquavite“. Der Zusatz „Dänischer“ beim Aquavit ist eine geschützte Herkunftsbezeichnung.

Die genaue Definition laut Jonatan Schenk lautet:

„Aquavit wird aus hochrektifiziertem, sehr reinem (96 % Vol.) und fast geschmacksneutralem Alkohol landwirtschaftlichen Ursprungs (z.B. Getreide oder Kartoffeln) hergestellt. Dazu wird dieser mit Wasser, Kümmel und/oder Dillsamen und einer markenspezifischen Gewürzmischung (u. a. Koriander, Fenchel, Zimt, Nelken, Dill) destilliert. Die Zusammensetzung der jeweiligen Gewürzmischung bestimmt den Charakter der einzelnen Marken.“

Natürlich dürfen wir Kleinbrenner keinen Reinalkohol zur Herstellung verwenden, ein frischer Apfelbrand eignet sich dazu aber genau so gut, nimmt er dem Produkt doch seine leichte, aber typische „dumpfheit“ die bei längerem ansetzen (mazerieren) aus dem Kümmel kommt. Nach dem Ansetzen (mazerieren) der Gewürzmischung wird der Alkohol mit den Gewürzen (verdünnt auf etwa 40 Vol %) zuerst kurz auf rund 45 Grad im Brennkessel erhitzt (ca 30 minute) und anschliessend behutsam abdestilliert. Wie bei jedem Feinbrand trennen Sie Vor- und Nachlauf ab. Gerade bei so Geruchsintensiven Produkten ist es ratsam, den Nachlauf in kleinen Fraktionen aufzufangen und in Ruhe nach dem Brennvorgang abzuriechen. Erst dann entscheiden Sie , welche Teile Sie noch zum Herzstück geben und welche zum Nachlauf.

Einen besonderer Klassiker stellt „Linie Aquavit“ dar.  Linie Aquavit aus der norwegischen Destillerie Arcus reift während einer 19wöchigen Äaquatorüberquerung in gebrauchten Holz- bzw. Sherryfässern. Es wird behauptet, dass die ständige Bewegung des Fasses, die Temperaturschwankungen und die Seeluft dem Produkt seine angenehme Milde und Abrundung geben. Noch heute wird auf jeder Flasche Linie Aquavit der Name des Schiffes vermerkt, auf dem das Produkt den Äquator überquert hat.

Während Aquavit, wenn überhaupt im Fass ausgebaut, meist in normalen Eichenfässern reift, werden vereinzelt auch gebrauchte Sherryfässer verwendet. In Deutschland trinkt man „den Kümmel“ eiskalt, während in den nordischen Ländern der Aquavit durchaus bei Zimmertemperatur genossen wird.

Nach langem recherchieren bin ich auf folgendes Hausrezept gestossen:

50 Ltr. Alkohol bei 40 Vol%
7,1  kg Kümmel
350 g Koriander
350 g    Sternanis

Alles klein stossen (eine alte Kaffeemühle geht sehr gut, aber nicht zu lange mahlen wegen der Wärmeauswirkung auf die Gewürze) und mit dem Alkohol für 24 Stunden ansetzten. In den Brennkessel füllen, auf rund 45 Grad erhitzen und kurz mit Wärme mazerieren lassen (30 min). Je länger Sie auf Temperatur mazerieren lassen, desto intensiver wird das Aroma werden. Anschliessend behutsam abdestillieren.

Viel Spass beim ausprobieren wünscht Euch Euer

Arthur Nägele

„Wieso schlüpfen sie nicht aus Ihren nassen Kleidern in einen trockenen Martini“ (Robert Benchley)

Gin und sein europäischer Verwandter Genever (Jenever in Belgien) sind Kräuter-Spirituosen deren Hauptgeschmacksgeber der Wachholder und weitere verschiedene Gewürze und Kräuter, sogenannte „Botanicals“ sind. Der Grundalkohol der für Gin verwendet wir ist hauptsächlich aus Getreide (meist Weizen oder Rogger) der einen sehr leichten und eleganten Körper ergibt.

Genever hingegen wird hauptsächlich aus „malt wine“, einer Mischung aus gemälzter Gerste, Weizen, Mais und Roggen hergestellt, was Ihm einen viel volleren Körper – vergleichbar mit jungem Malt Whisky – gibt. Eine äusserst kleine Anzahl an Destillerien in Holland und Belgien destillieren die direkt vergorenen Wachholderbeeren die ein sehr intensives Produkt mit harzigen Noten ergeben.

Der Hauptgeschmacksgeber in Gin und Genever ist die hocharomatische blau-grüne Wachholderbeere, ein halbhoher immergrüner Busch (genus Juniperus) der kommerziell in Nord Italien, Kroatien, den USA und Kanada angebaut wird. Weiters werden Gewürze und Kräuter wie Anis, Angelkiawurz, Zimt, Citrus-Schale, Koriander, Kassia-Rinde und vieles mehr verwendet . Jeder Gin und Genever Produzent hat sein eigenes, geheimes Rezept das an Menge und Inhaltsstoffen variiert und von wenigen bis über 15 verschiedenen „Botanicals“ enthält.

Distillation von Gin

Die meisten Gin werden in effizienten Kolonnenbrennereien hergestellt. Das daraus resultierende Produkt ist sehr hochprozentig, hat einen leichten Körper und ist sehr sauber mit einem geringen Anteil an Aromastoffen. Genever hingegen wird im doppelten Destillationsverfahren hergestellt, welches zwar weniger hohe Alkohole aber aromatischere und kräftigere Destillate erzielt.

Minderwertige Produkte werden durch ansetzten von Wachholder und Alkohol sowie durch Zugabe von Auszügen hergestellt. Massenprodukte entstehen durch eine Mazeration (ansetzten) der Kräuter und Gewürze in Alkohol mit darauffolgendem abdestillieren der Mischung

Top-Qualitäten von Gin und Genever werden in verschiedenen Arten mit den Aromen zusammengeführt. Nach meist mehrfacher Destillation des Grund-Alkohols. Bei der letztmaligen Destillation werden auf speziell dafür vorgesehenen Böden im Helm die Gewürze und Kräuter ausgelegt durch die der Alkoholdampf nun streicht und die Aromen aufnimmt. Der Alkoholdampf extrahiert dabei sanft die Aromen sowie Öle und Geschmacksbestandteile. Das durch diese Methode hergestellte Produkt hat einen deutlich höheren Grad von Komplexität als die günstiger hergestellten Namesvertreter.

Klassierung von Gin

London Dry Gin ist der dominante englische Stil. Als Stil selbst ist er speziell zum mischen geeignet. London Dry Gin ist der vorherrschende Gin-Typ in England und den früheren britischen Kolonien, den USA und Spanien. Leicht, sehr trocken, frische Nase.

Plymouth Gin ist verglichen mit den London Dry Gin ein sehr kräftiger und körperreicher Gin. Klar, leicht fruchtig und sehr aromatisch. Geschichtlich gesehen ist dies der traditionell vorherrschende Gin-Stil der englischen Hafenstadt Plymouth. Heute wird Plymouth Gin nur noch in einer einzigen Destillerie hergestellt.

Sloe Gin ist mehr Likör als Gin. Nichts desto Trotz ist dieser Gin in England sehr beliebt. Viele setzten das Getränk zu Hause selbst an. Es stellt im eigentlichen London Dry Gin mit Schlehen dar, leicht gesüsst.

Old Tom Gin ist der letzte Vertreter des ursprünglich leicht gesüssten Gin’s wie er im 18. Jahrhundert in England sehr beliebt war. Heute ist dieser Gin-Stil vergessen und bestenfalls als Kuriosität zu finden. Der Name kam von einer damals weit verbreiteten Ausschank-Vorrichtung zur Tränkung durstiger Gäste ausserhalb des eigentlichen Lokales.

Genever oder „Dutch Gin“ ist der kontinentale Stil von Gin, hergestellt in Holland, Belgien und Deutschland. Der Grundalkohol für Genever wird aus gemälztem Getreide destilliert, vergleichbar mit dem Grundmaterial für Whisky. Oude (alter) Genever ist der originale Stil. Strohgelb, eher süss und von leichtem Körper. Einige Genever reifen für ein bis drei Jahre in Eichenfässern. Genever ist normaler Weise weniger hochprozentig als die englischen Gin. Anders als die englischen Verwandten wird Genever nur gekühlt aber nicht auf Eis serviert. Klassischer Begleiter zu einem Genever ist ein getrockneter grüner Heering. Traditionell wird Genever in Steingutflaschen verkauft.

Gin-Regionen

England produziert hauptsächlich trockene Gin’s, meist auf Kolonnenbrennereien. Britischer Gin neigt zur Hochprozentigkeit (bis zu 45 Vol. %), betonten Zitrusnoten in den Botanicals zur Verwendung in Mischgetränken. Auf Eis, mit Tonic oder in Cocktails.

Holland und Belgien destillieren zumeist doppelt auf „Pot Still’s“. Genever sind nicht so hochprozentig wie englische Gin (36 – 40 Vol. %) und im Allgemeinen voller mit kräftigem Körper. Meist wird das Produkt Holzfass gelagert. Seit kurzem bringen verschiedene Genever-Produzenten auch aromatisierte Genever auf den Markt, am weitesten verbreitet sind dabei die Varianten mit schwarzen Johannisbeeren. Gekühlt ohne alles serviert.

In Deutschland produziert man einen Genever-Stil Namens Dornkaat im nörldichen Friesland. Die Spirituose ist leichter in Körper und hat delikatere Aromen als holländischer/belgischer Genever oder englischer Gin. Dornkaat wird gekühlt ohne alles serviert.

Spanien produziert ungeahnte Mengen von Gin, hauptsächlich London Dry Stil auf Kolonnenbrennereien. Die Spirituose wird meist zum Mixen mit Cola verwendet.

Die Vereinigten Staaten sind der grösste Markt für Gin. Amerikanischer Gin ist im Vergleich zu englischem Gin meist „weicher“, hat weniger Vol % und ist weniger intensiv im Aroma. Selbst grosse Marken wie Gordon’s oder Gilbey’s die in England  hergestellt werden, produzieren für USA einen solchen eignen Stil des London Dry Gin. Der meist verkaufte Gin in Amerika ist der „Seagrams Extra Dry“, ein trockener Gin der für drei Monate in gekohlten Eichenfässern lagert und dadurch eine strohgelbe Farbe erhält.

Sie sehen, die Vielfalt auch bei Wachholder-Destillaten ist ungeahnt. Rezepte sind so gut wie KEINE überliefert. Ich erlaube mir, an dieser Stelle ein Rezpet für Sloe-Gin zu hinterlegen:

Zutaten:

450g Schlehen
225g Zucker
1 Liter London Dry Gin

Arbeitsablauf:

1. Durchstechen Sie die Schlehenschalen mehrmals mit einer Nadel und legen sie diese in ein grosses Einmachglas.
2. Geben sie Zucker und Gin dazu, leicht aufrühren. Glas verschliessen.
3. Lagern Sie das Glas kühl und dunkel. Während der ersten Woche jeden zweiten Tag schütteln. Danach einmal wöchentlich für 2 Monate schütteln.
4. Der Sloe Gin sollte nun kräftig rot sein und trinkfertig. Wenn Sie den Gin aber noch stehen lassen, legt er noch zu.